Sonntag, 5. Juni 2011

02.Juni: Soooo warm...



Unglaublich was so ein bißchen Sonne ausmacht! Kaum lugt sie durch die Wolken ist es auch schon kaum noch auszuhalten! Weiter gehts über den Rheinradweg Richtung Kehl am Rhein! Trotz des Feiertages ist auf den Radwegen nicht viel los - vielleicht liegts daran, dass kein Mensch Bock hat, gegen den Wind anzukämpfen! Der bläst uns genauso hemmungslos wie gestern ins Gesicht und an der Staustufe bei Straßburg ist fast kein Vorankommen mehr möglich! Wir sind ziemlich genervt vom Lärm des Windes und der Anstrengung und sind froh, endlich in Kehl auf dem Campingplatz anzukommen! Schön wäre es da natürlcih gewesen, wenn der Campinwart eine Spur von Freundlichkeit am Leibe gehabt hätte - der Platz ist Rappelvoll und wir quetschen unser Zelt irgendwo dazwischen! Links und Rechts wird unser Zelt nun von zwei großen Wachhunden bewacht - so können wir beruhigt schlafen!
 


01. Juni: Sooo kalt...



Wie kann es innerhalb so kurzer Zeit sooo kalt werden. Den ganzen Tag steigt die Temperatur nicht über 13 Grad und ein garstiger Nordwind macht das Radeln zum Kampf. Über viele Kilometer führt der Rheinradweg über den Hochwasserdamm und wir sind dem Wind ziemlich schutzlos ausgeliefert. Dazu fast nur Schotter - wir waren schon mal schneller! Dafür ist die Strecke herrlich. Immer wieder fahren wir durch Naturschutzgebiete, sehen Schwäne und Fischreiher, schilfgesäumte Gewässer und fast keine Menschenseele. Zum Camping müssen wir wieder nach Frankreich auf die andere Seite des Rheins - wo wir uns von unseren letzten Cents die letzten französichen Croissants zum Frühstück leisten.

Glück im Unglück - zur Mittagszeit finden wir einen Bäcker und einen recht Windgeschützen Spielplatz - und 50 Meter vorher reißt Richards Schaltzug! So können wir das lästige mit dem Angenehmen verbinden! Eine unerwartet angenehme Pause bei 13 ° Grad und stürmischen Winden!

31. Mai: Regen in Colmar


An unserem Radelfreientag machen wir zu fünft einen etwas verregneten Radelausgflug nach Colmar! Kommen wir noch trocken hin, nehmen wir auf dem Rückweg die Volldusche und es hört bis zum nächsten Mittag nicht wieder auf zu regnen! Colmar ist ein hübsches Städtchen und wir bummeln ein bischen durch die Altstadt.

Zum Glück erhalten wir Asyl im Wohnwagen und können so über einen der seltenen verregneten Tage hinwegsehen! Timon geniesst sichtlich die Aufmerksamkleit von Oma und Opa und wir haben mal frei! Herrlich! Überhaupt ist es schön, mal zu fünft unterwegs zu sein! Abends gibt es leckere Flammkuchen und vielleicht etwas viel Wein!
 

30. Mai: Familientreffen - oder, alles muss seine Richtigkeit haben



Soooo lange haben wir uns nicht gesehen - da war die Freude auf allen Seiten groß, als wir Oma und Opa Johannsen in Breisach auf dem Campingplatz treffen! Nach knapp 60 sehr staubigen, heissen und topfebenen Kilometern auf dem herrlich ruhigen Rheinradweg trudeln wir auf dem ziemlich spießigen Campingplatz ein. Der Campingplatzchef ist zwar bemüht unsere Freude zu trüben, da er uns nicht erlaubt unser Zelt auf dem Wohnwagenstellplatz neben meinen Eltern zu platzieren (es könnte ja noch jemand kommen...es kam bis zum übernächsten Tag niemand) - aber er hat keine Chance! Wir fallen uns in die Arme und geniessen einen gemütlichen Abend zusammen!
 

29. Mai: die blaue 7




das war unser Wegweiser für die letzten 5 Tage, dem wir durchs Juragebirge gefolgt sind! Wir konnten es uns ja absolut nicht vorstellen, dass die Veloroute wirklich nahtlos und nahezu perfekt beschildert sein würde und haben uns deswegen mit unnötigem Kartenmaterial eingedeckt! Aber wir haben sie nicht benötigt! Einfach radeln nach Herzenslust ohne Kartenfrust! und die Streckenwahl - einfach fantastisch. Fast ausschließlich über schmale Sträßchen, über so manchen Berg, entlang von Höhenzügen und durch herrliche Täler! Dabei kam auch Timon nicht zu kurz - sooo viele Kühe und Pferde mit ihren Fohlen. Schöne Städte haben wir fast keine gesehen - aber dafür umso mehr sattgrüne Wiesen - gespickt mit Wildblumen jeder Farbe, dunkle Tannenwälder und heute am Horizont sogar Eiger, Mönch und Jungfrau! Wow! Nun sind wir in Basel am Rhein angelangt. Der Campingplatz könnte schöner nicht liegen - eingebettet zwischen goßartigen Chemiefabriken - ! Konnten wir uns doch in Neuseeland vertraut machen mit Evakuierungshinweisen im Falle eines Tsunamis so können wir hier Verhaltenshinweise bei Chemieunfällen studieren. Der Campingwart ist hochmotiviert und hockt den ganzen Abend vor seiner Butze und beobachtet das Treiben auf seinem Platz - kleine Fehler der Campinggäste bleiben nicht unbelehrt!






28. Mai: ....Flaschen auf der Bar berichten



...so sehen Hinweisschilder im französisch-sprachigen Teil der Schweiz schonmal aus! Wir hatten uns so gefreut, dass wir endlich wieder verstanden werden, aber Pustekuchen! Auch hier - so nah zur deutschen Grenze - spricht man "nur" französisch! Das heißt, wir verstehen auch weiterhin kein Wort und selbst dieses hübsche Hinweisschild verstehen wir erst, nachdem wir auch die englische Übersetzung gelesen haben.

Irgendwie sind wir uns einig, dass es doch nicht das verkehrteste sein kann, wenn alle Menschen - wenigestens in Europa - einen gewissen gemeinsamen Wortschatz besitzen! Ist doch einfach Schade, wenn man aus Verständigungsmangel nicht ins Gespräch kommt!




27. Mai: 4,6




Haben wir nicht die letzten Tage ausreichend vom herrlichen Sommer geschwärmt? Heute haben wir einen ersten Eindruck von gegenteiligen Temperaturen gewonnen. Das Wetter ist ein bißchen unbeständiger geworden und vor allem kalt. Bis auf einen Regenschauer heute Nachmittag sind wir zwar vom Regen verschont geblieben, aber es ist richtig kalt geworden. Ich sitze gerade mit meinen dicksten Klamotten auf diesem wunderbaren Campingplatz in La Cibourg, höre die Kuhglocken klimpern und mir frieren bei bescheidenen 4,6 °C die Finger ab. Unvorstellbar, dass wir vor 2 Tagen noch so geschwitzt haben, dass wir uns eine Abkühlung gewünscht haben - aber gleich sooo??? Aber trotzdem ist das Radeln auch in der Schweiz ein Genuss. Wenn auch wider erwarten so mancher Schweizer Autofahrer gehörig in den A... getreten gehört. Hatten wir doch in Portugal, Spanien und Frankreich mit Idioten auf der Strasse gerechnet...und nicht angtroffen. Hier treffen wir fast täglich einen, der sein Fahrkönnen gehörig überschätzt und uns das in die Schuhe schieben will!