Mittwoch, 15. Juni 2011

10. Juni: schon besser



Haben uns die Orte im Pfälzer Wald so gar nicht gefallen ist es hier an Nahe und Rhein schon besser. Zwar bleibt Luftkurort immer noch Luftkurort (Bad Sobernheim, Bad Kreuznach, Bad Münster) - d.h. viele ältere Menschen und die dazugehörige Infrastruktur (Minigolf, Draussen-nur-Kännchen-Cafés, für Radfahrer gesperrte Wege und Brücken,... aber die Städtchen und ihre Parks sind nett. Der Nahe-Radweg, dem wir heute den ganzen Tag bis nach Bingen gefolgt sind, ist richtig schön. Er schlängelt sich durch enge Schluchten, Weinberge, schattige Wäldchen und hübsche Orte. Wir geniessen ihn bei schönstem Sonnenschein! In Bingen finden wir endlich Mal wieder ein Café mit super Cappuccino und frischen Waffeln - seit 3 Monaten haben wir die nicht mehr genossen!











Wir schlagen unser Zelt direkt am Rhein auf und bekommen ein bißchen Ärger, weil nun die nachfolgenden Wohnmobile etwas zusammen rücken müssen! Aber der Chef regt sich schnell wieder ab und wir geniessen den Blick auf die vorbei ziehenden Lastkähne!

09. Juni: über den Zaun...



...so viele kleine, gesichts-, leb- und trostlose Örtchen wie in den letzten Tagen haben wir in Südeuropa nie durchradelt! Es zieht sich einfach nur eine Strasse durch schmucklose Häuserreihen, kaum grün, kein Plätzchen, das zum Verweilen einlädt, keine hübschen Kirchen, keine Cafés, Geschäfte und vor allem - keine Menschenseele! Fast schon hallen unsere Worte und die Fahgrgeräusche der Räder in den stillen Strassen! Da ist es ein Genuss, wieder hinaus in die Wiesen, Felder und Wälder zu radeln! Davon wiederum gibt es hier mehr als genug! Trotztdem vermissen wir ein bißchen die hübschen spansichen Orte, die duftenden Ginster-, Eukalypus- und Lärchenwälder, die leuchtende Blütenpracht der portugiesischen Dörfer, die Blumenwiesen des Aubrac...!

Ihr seht schon - aus Heimweh wird langsam wieder Fernweh!
 

08. Juni: Sackgasse



So ein Mist - heute hätten wir gut ein GPS-Gerät brauchen können, dann hätten wir uns vielleicht nicht ganz so oft verfahren. Unser Plan war eigentlich Kaiserslautern zu umfahren, um uns im Großstadtgewühl nicht zu verlieren. Stolz haben wir es geschafft, über diverse Waldwege aus dem tiefsten Pfälzer Wald direkt in Kaiserslauterns Industrie- und Militärgebiet zu gelangen. Der auf der Karte eingezeichnete Radweg endet leider nach einigen Kilometern auf dem Werksgelände von Opel - also zurück und mitten durch amerikanisches Militärgelände: auf beiden Seiten der Strasse ein hoher Zaun, Natodraht und Warnhinweise (Schusswaffengebrauch, Militärhunde, Fotografieren verboten)! Den Radweg im nächsten Ort finden wir erst gar nicht - bei dem Versuch landen wir schließlich mitten in der tiefsten Einöde auf einer matschigen Kuhwiese - also zurück! Demotiviert fahren wir die Hauptstrasse - und machen damit wieder einen riesen Umweg. Erst audf den letzten 12 Kilometern finden wir den heissersehnten Radweg und schlagen unser Zelt auf einem wunderbaren Zeltplatz in Wolfsstein auf - unserem geplanten Mittagspausenplatz!
 
 

07. Juni: Verfolgungsjagd




Ein herrlicher wenn auch wieder viel zu heisser Tag - wir radeln fröhlich durch den Pfälzer Wald und geniessen die friedliche Stimmung - Vogelzwitschern, Bächlein rauschen, Blätter rascheln...! Einfach schön, so eine Radtour entlang der Lauter. Der Idylle wird ein plötzliches Ende gesetzt, als sich eine Heerschar von Fliegen an unsere Versen heftet. Solange wir noch ein gewisses Tempo aufrechthalten können, tummeln sie sich nur hinter unseren Köpfen und machen es sich auf den Trickots bequem! Aber der Berg wird steiler und wir immer langsamer - Merke: nie langsamer als 13 km/h werden und nicht zu stark schwitzen - dann ist alles in Ordnung! Unterdessen haben wir zu kämpfen, gleichzeitig so schnell als möglich zu fliehen und Nase, Augen, Mund und Ohren frei zu halten! Endlich gehts bergab und wir sind sie los! Beim nächsten Berg beginnt das Spiel von vorn!

Montag, 6. Juni 2011

06. Zu heiss gebadet...





...nach 13 Radeltagen gönnen wir uns mal wieder einen Tag "ohne". Wir bleiben in Dahn im Pfälzer Wald. Hier ist es herrlich ruhig, die Sonne verschont uns heute und die Temperaturen sind endlich mal wieder erträglich. Wir wagen unsere erste Wanderung ohne "Gehilfe" für Timon und er schlägt sich recht tapfer auf dem steinigen Dahner Felsenpfad. Zur Belohnung verbringen wir den Nachmittag im Schwimmbad - das Wasser ist unglaublich warm und wie sehen alle 3 aus, als hätten wir zu heiss gebadet. Nun kämpfen wir das erste Mal seit März mit Herrscharen von Mücken und anderem blutsaugenden Viechzeugs und werden wohl bald die Flucht ergreifen.
 


05. Juni: Ein bißchen Wehmut...



... befällt uns schon bei dem Gedanken, dass unser "Urlaub" nun so gut wie vorbei ist! Wie schnell 14 Monate doch vorüber gehen...! Ja, kaum zu glauben, dass wir eine soooo lange Zeit unbterwegs waren. Und kaum zu glauben, dass diese unvergessliche Zeit schon fast zu Ende ist. Spätestens am 18. Juni werden wir zurück sein und dann beginnt der Ernst des Lebens wieder. Klar freuen wir uns total darauf euch alle wieder zu sehen. Und für Timon wird es höchste Zeit, dass er mal andere Spielkameraden hat als seine "langweiligen" Eltern. Aber wir können es uns noch so gar nicht vorstellen, kaum noch Zeit miteinander zu haben. Wie schnell werden wir wieder von den Notwendigkeiten des Alltags gelenkt und eingefangen werden? Wie schnell wird die Erfahrung mit nur soooo wenig auszukommen nur noch eine blasse Erinnerung sein, Kleiderschrank und Wohnung wieder vollgestopft sein? Wir haben die besten Vorsätze....! Aber erst einmal kommen wir zurück und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!
 

04. Juni: Außer Betrieb...



Es ist mal wieder viel zu heiss und wir sehnen uns nach Schatten und Abkühlung. Das zu diesem Zweck erworbene Eis schmilzt in der Hand, der Radelweg geht sparsam mit den Bäumen um. Eigentlich hatten wir uns auf eine kurze Etappe gefreut...! Aber leider wird unsere Hoffnung zunichte gemacht. Die erste Möglichkeit über den Rhein zu kommen ist wegen Bauarbeiten gesperrt, die 2. Möglichkeit- eine Fähre - leider außer Betrieb. Bleibt nur am Ziel (Lauterbourg) auf der anderen Rheinseite - vorbei zu radeln und nach geglückter Fährüberfahrt wieder zurück. Zum Glück haben wir dann wenigstens auf den letzten Kilometern Rückenwind und schlagen unser Zelt inmitten einer fröhlichen Partyzeltburg auf. Das Schild des Tages findet sogar halbwegs Beachtung: Ab 22 Uhr Ruhe, ab 24 Uhr Stille.
Der Platz ist am See gelegen, wir geniessen die wohlverdiente Abkühlung und Timon ist seelig mit Eimer, Wasser und Sand beschäftigt.