Donnerstag, 31. März 2011

30. März: Obidos



Ein wunderschönes, uraltes Städtchen mit schmalen Gassen, Kopfsteinpflaster, einer Festung, alten Kirchen...da fallen wir mit unseren Rädern zum Glück kaum auf! Armer Timon, wie im Zoo fühlen wir drei uns, als wir Mittags bei schönstem Sonnenschein durch die Gäßchen schieben, um eine nette Pausenstellen zu finden. Wir lehnen unsere Räder an altes Gemäuer und hocken uns auf die Kirchentreppen. Es dauert nicht lange und schon schauen die ersten unauffällig durch ihre Sonnenbrillen in den Anhänger, machen ungeniert Fotos und staunen, lachen oder schütteln die Köpfe. Uns geht es schon manchmal ein bischen auf den Keks, aber wir geniessen trotzdem das herrliche Plätzchen und den Sonnenschein, der uns die letzten Tage doch gefehlt hat.

Kurz vor Etappenende müssen wir uns noch einmal auf eine riesige Düne hochkämpfen und haben im schönsten Abendlicht einen wunderschönen Höhenweg mit Blick auf den Atlantik!
 




29. März: 1997



Das ist - leider - das Erscheinungsdatum unseres Radreiseführers von Nordportugal! Viellciht ein bißchen alt, könnte man annehmen. Habe ich leider nicht gesehen, als ich ihn gekauft habe! Nun haben wir den Salat. Nichts scheint mehr so wie vor 14 Jahren. Traumhafte Strecken durch einsame Landschaften entpuppen sich als viel befahrene Strassen durch Betonschluchten. Wegmerkmale, Kreuzungen, Beschilderungen - kann man alles vergessen. nach dem wir mit dem ersten Teil soooo zufrieden waren sind wir jetzt doch ein bischen enttäuscht! Die Küste von Sintra bis hier her nach Peniche ist katastrophal zubetoniert und wir sind Abends froh, wenigstens den angegebenen Campingplatz zu finden - der hat in den letzten 14 Jahren anscheinend einiges zum positiven verändert! Spielplatz, Pool, warme Dusche uns gefällts...!

28. März: Grau



Grau ist die Farbe der Lissaboner Vorstädte, die wir - Gott sei Dank - nur mit dem Zug durchqueren. Nach einem gut vorbereiteten Einsteigemanöver (alles sicher verstaut im Gepäckabteil...!) gefolgt von einem eiligen und umständlichen Umsteigemanöver (der gewählte Zug ging leider kaputt) erreichten wir Mittags Sintra. Eine alte und touristisch stark überstrapazierte Stadt - leider dank des Wetters und des einsetzenden Regens auch grau! Den Menschenmassen, die sich durch die holprige Altstadt zwängen, bunte Hähne, bemalte Fliesen und kitschige T-Shirts als Andenken kaufen und sich von penetranten Kellnern ins Restaurant ziehen lassen, entgehen wir, indem wir unsere Mittagspause auf dem Spielplatz machen. Dort machen uns nur ein paar Jugendliche die trockenen Plätzchen im Spielehaus streitig!

Grau ist dann leider auch der Weg nach Ericeira (einer Surferparadies...) - es regnet, die Strasse ist alles andere als einsam und wir sind froh, schnell eine trockene und recht nette Unterkunft zu finden (irgendwie ist uns nicht nach zelten...) Grau ist auch der Blick aus unserem Fenster auf den Atlantik und meine Laune, da uns bei dem Versuch auf der Terasse zu kochen das Zimmer fast überflutet wird...!

Aber mit gut gefülltem Magen, einer Tasse Wein, einem Sohnemann, der wie ein Engel schläft und unter warmen Decken wendet sich der Tag doch noch zum Guten - da hört sogar der Regen auf und wir geniessen den Abend in unserem gemütlichen Zimmer.
 

Sonntag, 27. März 2011

27. März: Ich auch...





...da haben wir noch mehr als 3 Monate Freiheit vor uns und trotzdem beschäftigt sich unser Geist schon wieder mit der Arbeit - ist das nicht verrückt. Und noch verrückter ist eigentlich, dass wir Beide - obwohl wir vorher kein Wort darüber verloren haben - heute Nacht vom ersten Arbeitstag geträumt haben! War zum Glück kein Alptraum....!

Dabei haben wir noch so viel Zeit...und die geniessen wir in vollen Zügen. Da gibt es zwar auch mal Kleinigkeiten denen wir hier schon mal begegnen. Da ist das Frühstück in JH genau abgezählt und da Timon nichts zahlt, bekommt er auch kein Frühstück...(wir können teilen.:-)! Da gibt es im Restaurant vorher Brot und Butter auf den Tisch - wenn man davon ist, muss man sie extra zahlen: mal den ganzen Korb für 60 ct mal jedes einzelne Brötchen...! Da kann der Schalterbeamte im Bahnhof nur für die Züge eine Abfahrtszeit raussuchen, die auch an diesem Bahnhof fahren - wir mussten zum Glück nur 3 Bahnhöfe aufsuchen, um die gewünschte Auskunft von einem wie gewohnt überschwenglichen Beamten zu erhalten...!

Da ist Deutschland echt alles andere als eine Servicewüste dagegen. Aber wir fühlen uns trotzdem von Tag zu Tag wohler, geniessen den portugiesischen Milchkaffee und die tollen Leckereien, das warme Wetter, die Landschaft, die Orangen...und die Zeit, die wir gemeinsam verbringen können!


26. März: Lissabon


Wir sind begeistert! Lissabon ist wirklich eine tolle Stadt - so viele hübsche alte Strässchen und Viertel, Kirchen und ein bildschönes Castello, die es zu erkunden gibt. Das muss man schon selber gesehen haben...mir jedenfalls fehlen die rechten Worte. Wir stromern stundenlang duurch die Strassen und geniessen das "Stadtleben" - mal etwas ganz anderes als die vielen kleinen und einsamen Bergdörfchen und menschenleeren Strassen und Campingplätze, die unseren Weg bisher begleitet haben.






25. März: Über 7 Hügel...



mußten wir heute radeln, um hier in Lissabon ein Zimmer für die nächsten Tage zu finden. Eigentlich war alles ganz klar und ir hatten uns schon per Internet etwas reserviert. Leider konnten wir unter der angegeben enAdresse außer abgewrackter Häuser, unangenehmer Gestalten und Dreck und Unrat nichts finden - also mussten wir auf die Schnelle etwas neues suchen. Leider ist Lissabon nicht gerade klein und übersichtlich sondern es herrscht ein unglaubliches Strassenwirrarr. Über Kopfsteinpflaster und Strassenbahnschienen, durch enge Gässchen und über steile Berge, durch Eingahnstrassen und Schlaglochübersähte Pisten...etwas genervt haben wir dann doch noch den Weg zur Jugendherberge gefunden - hier läßt es sich aushalten - also bleiben wir - froh das Fahrrad hier erst einmal abstellen zu können!
 

24. März: Die wollen doch nur spielen!


Diese Art von Entschuldigung oder Rechtfertigung hört man in Deutschland nur allzu oft. Hier ist das anders - und die meisten kleffenden Vierbeiner wollen uns zerreißen. Entschuldigen tut sich dafür niemand und es interresiert hier auch keine Sau, was die Köter alles so veranstalten. Mit Spielen hat das meistens herzlich wenig zu tun. Herrchen, die Ihre Hunde brav an der Leine herumführen sind eher eine Seltenheit. Ein schwacher Trost ist, dass die frei auf der Straße laufenden Hunde gegenüber den angeketteten Artgenossen weniger Ünterdrückung erfahren und daher sich meist etwas entspannter verhalten. Aber bei den Dorfdurchfahrten lauert hinter fast jeder Hausecke eine Adrenalinspritze. Ist die Kette wirklich kurz genug? Hat der Zaun nicht doch irgendwo ein Loch? Zur Not springen wir auch schon mal mit Dogchaser und Trinkflasche bewaffnet vom Rad und versuchen uns zu verteidigen. Zum Glück ging bislang alles gut, aber Spaß macht dieses Spiel nicht - man wächst halt mit seinen Aufgaben aber die Hosen voll habe ich trotzdem.



Campingidylle geht anders:

Nach gut einer Woche Portugal haben wir es nun auch geschafft satte zwei Mal zu zelten. Capmingplätze gibt es eigentlich nur an der Küste und oftmals sind sie auch noch geschlossen. So fanden wir dann doch eine Zeltgelegenheit auf einem steinigen Volleyballfeld - immerhin besser als auf Asphalt oder Beton. Auf einem anderen Platz liefen die Vorbereitungen für die kommende Saison und so mussten wir unter Baubehelfen durchkriechen, um zur Dusche oder Toilette zu gelangen - aber immerhin war warmes Wasser vorhanden. Erstaunlich, dass für zwei sich verirrende Radler ein gut besetzter Rezeptionsbetrieb aufrechterhalten wird. Wir sind schon gespannt, wie das hier mit dem Zelten wohl so weitergeht. Gut zu wissen, dass man hier auch recht günstige Unterkünfte findet.
 

23. März: Zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre...


Da habe ich ja gestern schon das ein oder andere Wort über die überschwenglichen Portugiesen verloren...aber unser heutiges Erlebnis setzt dem Ganzen noch die Krone auf! Unsere heutige Etappe nach Setubal haben wir mit einer kleinen Fährfahrt beendet. Den Fahrkartenverkäufer haben wir dafür wohl aus seiner Tiefschlafphase gerissen, denn dieser reagierte vollkommen irritiert auf unser plötzliches Auftauchen. Die Frage gar nach der nächsten Abfahrt kam völlig unvorbereitet und verlangte ihm einige Anstrengung ab, was er mit stöhnen, schnaufen und Papierrascheln quittierte (wohl gemerkt war es sein Job nur für diese Fähre, die ca. stündlich verkehrt, Fahrkarten zu verkaufen...da müßte man die Zeiten eigentlich im Kopf haben...). Sehr überrascht muss er dann wohl auch gewesen ´sein, als wir uns erkundigten, ob er denn die Fahrkarten verkauft...denn nach der ersten Auskunft sackte er wieder in sich zusammen und schien erneut einzuschlafen. Nach einer sehr angestrengten Bejahung unserer Frage brachten wir ihn dann völlig aus dem Gleichgewicht, als wir auch noch 2 Fahrkarten verlangten (es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass man an dieser Stelle wirklich nichts anderes im Sinn haben konnte, als bei ihm eine Karte zu kaufen...). Stöhnen, Schnaufen und Papierrascheln folgten bevor er sich von seinen süssen Träumen verabschiedete, um uns das gewünschte Ticket auszustellen! Während dessen konnten wir tatsächich trotz guter Erziehung nicht an uns halten und mußten Lauthals lachen - und sieh an - ein Lächeln huschte auch über sein überarbeitetes Gesicht!




Dienstag, 22. März 2011

22. März: Portugiesische Mentalität...?



Da haben wir ja schon ein paar Worte drüber verloren - aber es fällt uns doch täglich aufs Neue negativ auf - die Portugiesen erscheinen uns einfach absolut muffig und "neutral"! Kommt man in ein Café, einen Laden, die Reception grüßt man automatisch freundlich. Aber nicht selten bekommt man gar keine Antwort - oft nicht mal eine Reaktion! Statt dessen wird man mit neutralem bis hin zu unfreundlichem Gesichtsausdruck kritisch beäugt. So schlichen z.B. - die Angestellten der Jugendhderberge, in der wir gestern waren wie traurige Geister durch die ansonsten menscheleeren Gänge - keiun freundliches Wort, kein Lachen...! Nur die älteren Herrschaften, denen man so auf der Strasse, im Laden o.ä, begegnezt sind nett und ein wenig offener und scherzen auch schon mal mit Timon.

Woher diese Mentalität wohl rührt???
 

21. März: Wir erleben nix...



...das ist unser Fazit am heutigen Abend. Bei der Überlegung, wie denn der heutige Blogtitel aussehen könnte stellen wir fest, dass es immer wieder Tage gibt, an denen wir quasi nix erleben. Nur ein bischen Radfahren bei herrlichstem Sonnenschein, nur ein nettes Päuschen vor einer hübschen Kirche mit Blick auf den Atlantik, nur hier und da ein Storch in seinem Nest in fast greifbarer Nähe, nur ein paar kläffende Hunde am Wegesrand, die uns zu gerne verfolgen würden, wenn sie nicht angekettet wären, nur eine Jugendherberge, in der wir uns fast schon einsam fühlen, weil wir die einzigen Gäste zu sein scheinen...!Eigentlich nichts Besonderes - aber uns gefallen auch solche Tage...!
 

20. März: Durch die Monchique



Nach langem Überlegen haben wir uns doch dagegen entschieden entlang der recht verkehrsreichen Algarveküste gen Sagres zu radeln und statt dessen über verlassene Bergstarssen durch die Monchique zu fahren. Eine weise Entscheidung - wir wissen zwar nicht was wir verpassen - aber dieses landschaftliche Kleinod nicht bereist zu haben wäre zu Schade gewesen. Es hat uns zwar einige Schweisstropfen gekostet, hier hoch zu radeln - aber die Aussicht und die wunderbare Strecke sind es allemal Wert. Ein fantastischer Höheneg, der uns immer wieder grandiose Ausblicke auf das 20 km entfernt und 500 Meter tiefer liegende Meer bietet führt uns über einige fiese Gegenanstiege und eine leider sehr unebene Abfahrt nach Aljezur. Timon ist schlecht von dem Geschaukel und so verschieben wir die erste Zeltnacht in Portugal und beziehen ein nettes kleines Zimmer hier im Ort!




Samstag, 19. März 2011

19. März: Orangen!



Sind wir doch eigentlich keine überschwenglichen Freunde dieser oftmals tückischen Frucht! Man sieht es ihr einfach nicht an ob sie süß und saftig ist oder sauer, hart, schwer zu pellen und vor lauter Häutchen kaum herunter zu bekommen. Darum kaufen wir sie in Deuschland lieber gar nicht erst! Aber hier...im Land der Orangenbäume! Soooooo leckere, süße, saftige Orangen haben wir noch nie gegessen. Jede Einzelne eine Sünde wert. Und der frisch gepresste Saft erst mal, ein wahrer Genuss!
 





18. März: Casa de Mae



Unsere erste Übernachtungssuche hat uns in ein wunderbares kleines Hotel auf dem Lande in der Nähe von Salir geührt - Casa de Mae. Ein kleines Paradies erwartete uns nach einer recht kurzen aber bergigen Etappe bei feinstem Wetter! Kaum hatten wir Faro über Schleichwege verlassen gehörten die Strassen uns. Durch Macchia-Haine und Orangenplantagen, vorbei an kleinen netten Dörfchen bergauf und bergab ging es immer weiter ins Landesinnere. Einfach paradiesisch! Wir sind begeistert von der herrlichen Bergwelt hier an der Algarve. Und als wäre das noch nicht genug finden wir Abends auch noch ohne lange Suche dieses Hotel. Ein blauschimmernder Pool vor der Tür (leider viel zu kalt zum Baden), Ausblick auf die Silouette von Salir, Grillenzirpen, Frösche quarken und Hundergebell sind die einzigen Geräusche, die die Stille unterbrechen! Und wir nennen eine kleine Ferienwohnung Namens "Rose Quartier" unser Eigen. Da ist der Name Programm: Rosen auf der Bettwäsche und den Vorhängen, rosa Handtücher, Bettvorleger und sogar rosa Klopapier, rosa gestrichene Wände, die, von Wandleuchten angetsrahlt, den ganzen Raum in ein zartrosa Licht tauchen! Soviel Liebe zum Detail macht glücklich!

17. März: Alles anders...



...da hatten wir uns gerade an die neuseelänsche Kultur gewöhnt - und schon ist wieder alles ganz anders. Der Baustil, der Lebensstil, der Kuchen, die Menschen, die Sprache....!

Endlich gibt es wieder richtige hübsche Stadtkerne in denen man fern von jedem Autoverkehr entspannt bummeln kann! Kopfsteinpflaster, Stadtmauern, historische Gebäude, schöne Kirchen. ..! Nette Café gibts natürlich auch hier - und tollen Kuchen! Schwerer tun wir uns da schon mit der Sprache - über Guten Tag und Danke sind wir noch nicht hinaus gekommen. Zwar sprechen die Portugiesen, die - sagen wir mal "mit den Touris zu tun haben" - ein bißchen Englisch aber für ein Schwätzchen reichts wohl nicht. Macht aber glaub ich nichts - denn zum Schwätzchen waren sie bisher eh nicht aufgelegt. Manche erscheinen uns regelrecht unfreundlich, die meisten sind aber nur irgendwie sehr reserviert. Klar, weit entfernt von dem immer und überall überschwenglichen Amerikanern (how awesome...) - auch noch keine Nähe zu den Neuseeländern (die waren meist sehr freundlich aber selten so übertrieben wie die Amis) und selbst die Deutschen zeigen trotz mehr als 3 Monaten grauen und kalten Winter ein wärmeres Entgegenkommen...). Daran müssen wir uns wohl erst einmal gewöhnen. Selbst der süsse Timon kann so manchem Portugiesen nur ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubern...!

Wir sind gespannt, wie die Mentalität "auf dem Land" so ist...!

Morgen starten wir unsere letzte Etappe durch Portugal, Nordspanien, Frankreich, Schweiz und Deuscthland!