Donnerstag, 26. Mai 2011

25. Mai: Rauf auf den Berg...



Bei feinstem Sonnenschein machen wir uns auf den Weg ins Juragebirge - das heißt, bei hochsommerlichen Temperaturen bergauf, und bergauf, und bergauf...! Der Blick zurück...einfach genial. Unter uns glitzert der Genfer See im Sonnenlicht - eingerahmt von bewaldeten Hügeln und einigen schneebeckten Bergen. In der ferne kann man immer noch die Wasserfontäne sehen. Die Ausblicke entschädigen für die Anstrengung.

Die letzten Kilometer - abslout heiss, steil und fliegenumschwärmt ziehen sich ganz schön und werden dann doch ein bißchen zur Qual! Oben gönnen wir uns eine eiskalte Cola und dann gehts abwärts zum Lac de Joux! Einfach herrlich hier! Grüne Almen von Steinmauern umgeben, Kühe, Tannenwälder, Löwenzahn - und das alles unter strahlend blauem Himmel! Wir sind begeistert - und Abends ganz schön kaputt! Aber wir haben es ja nicht anders gewollt!



24. Mai: Auf der Suche 2



Hatten wir das nicht schon einmal. Wir rollen zufrieden in der Stadt unserer Wahl - diesmal Nyon. Das liegt nur 25 km hinter Genf am Genfer See und am Fuße des Jura und soll uns als Ausgangspunkt für den Anstieg in die Berge dienen. Da wir es heute nicht weit haben, bummeln wir ziemlich, verbringen eine lange Mittagspause im Botanischen Garten und kommen dementsprechend erst spät in Nyon an. Nur leider gibt es auch hier den versprochenen Zeltplatz nicht. Ratlosigkeit! Hotel? Viiiiiiiiel zu teuer! Wild zelten? Zu ungewiss! Also weitere 12 km radeln - in die falsche Richtung! Und da gibt es den absoluten Traumplatz am See - mit Ausblick auf den Mont Blanc, Segelböotchen, den See....! Alles richtig gemacht!

23. Mai: Genf



ja - so schön ist es am Genfer See. Die Sonne kocht uns schon früh am Morgen im eigenen Saft und wir haben vom Zeltplatz einen herrlichen Blick über den Genfer See. Leider ist der 4 Sterne-Standard nicht entsprechend unserer Erwartungen, aber wir können überleben.

Wir verbringen einen entspannten Tag in der "Grossstadt" und müssen angesichts der Schweizer Preise doch das ein oder andere Mal Schlucken! Aber die Altstsadt ist wunderschön und das Hafenbecken mit den vielen Böotchen, Blumengeschmückten Promenaden und einer gigantischen 140 Meter Höhen Wasserfontäne richtig schön. Auch an die Kinder ist gedacht - es gibt ein Karussel (mit kindgerechter? Frank Sinatra Musik) und einen " Baby-Strand", mit viel Sand, Schaukeln etc. Schwupp ist der Tag schon wieder rum - morgen gehts weiter über die Veloroute 7 durchs Jura Richtung Basel.







22. Mai: Auf der Suche...



Dank frühzeitigen Aufbruchs und zügiger Fahrweise erreichen wir unser Etappenziel Genf schon sehr zeitig. Haben wir zumindest gedacht. Dabei hatten wir uns alles so schön ausgedacht. Nicht mit dem Fahhrad nach Genf rein, sondern im Vorort zelten, mit der Bahn reinfahren und am nächsten Tag schön unbehelligt vom Großstadtverkehr weiter fahren. Denkste. Der angepeilte Campingplatz existiert nicht (mehr), keiner kennt ihn oder hat je davon gehört. Da stehen wir nun nahe des Genfer Flughafens. Hilfsbereite Menschen versuchen uns zu einem anderen - möglicherweise - existierenden bzw. geöffneten Campingplatz zu dirigieren. Der ist allerdings absolut am AdW und wenn es den auch nicht gibt, stehen wir noch döofer da. Also entschließen wir uns doch durch die Stadt zu fahren und den 15 Km entfernten "sicheren" Platz anzusteuern. Zum Glück gibts überall Radwege, es radelt sich recht einfach und wir bekommen auch noch einen schönen ersten Eindruck von der Stadt in der Abendsonne. Derr Platz liegt wunderschön am See und wir sind froh!



21. Mai: schon wieder die Rhone



Da gönnen wir uns doch vor lauter Begeisterung einen Tag auf dem Rhoneradweg und geniessen diesen bei feinstem Wochenendsommerwetter. Der Weg ist herrlich angelegt, super zu fahren und bis auf den Wind haben wir keine Feinde. Wir sehen unterwegs mehrere Kinderanhänger und ein brütender Schwan gönnt uns einen Blick auf seine Eier! Für uns ein einmaliges Erlebnis. Gegen Abend zieht ein fettes Gewitter auf - und zum Glück an uns vorbei. So können wir im herrlichsten Abendlicht unser Zelt in Seyssel mit Blick auf Rhone und die toll beleuchtete Altstadt aufschlagen!


Freitag, 20. Mai 2011

20. Mai: Rhonetal 2



Mit den schlimmsten Erwartungen sind wir heute erneut ins Rhonetal hinunter gefahren - diese schlängelt sich ganz schön - von Genf nach Westen, einmal um Lyon herum und dann 90 ° nach Süden. Daher blieb uns kaum etwas anderes, als erneut den Weg durchs Rhonetal zu suchen. Und siehe da - hier ist es richtig schön. Nachdem wir die letzten beiden Tage recht gemählich (sprich ohne große Steigungen) durch Wald und Feld gestrampelt sind, sind wir nun am Fuße der Alpen angelangt und einem Fluß zu folgen läßt darauf hofen, dass die Steigungen sich in Grenzen halten.

Die esten 5 km des Rhoneradweges sind traumhaft. Kein Verkehr, nur Pappelhaine, schilfgesäumte Ufer, steile Felswände...!

Wir finden einen super Campingplatz Schwimmbad, Wasserrutsche, Trampolin und geniessen die Abkühlung nach diesem heissen Tag.
 

19. Mai: Feuer und Flamme




Mal was zum Thema Campingküche. Die erste Hälfte unserer Tour haben wir auf den altbewährten Spirituskocher zurückgegriffen. Dank des katastrophalen amerikanischen "Desinfektionsmittels", das unseren Kocher immer unsäglich zugerußt hat, sind wir dann aber wieder auf Benzin umgestiegen. Das hat in Neuseeland auch perfekt funktioniert! Bis uns vor einigen Wochen ein "Teil" abhanden gekommen ist. Seit dem gehts abwärts. Es rußt, es brennt nicht anständig, es verbraucht endlos Benzin und das Tanken in europäischen Ländern in eine Flasche ist ja auch nicht immer ganz einfach. Wir ärgern uns, schimpfen auf den doofen Kocher, überlegen uns Alternativen und kommen dann heute auch mal dazu, die Düse gründlich zu reinigen. Und siehe da, so einfach ist das! Der Brenner funktioniert wieder einwandfrei! Man sollte uns die Ohren lang ziehen, für so viel Faulheit!
 

18. Mai : 15 Minuten...



...das ist die Zeit, in der Timon fein säuberlich die Tomaten sortiert und auf dem Frühstückstisch aufreiht. Aber auch diese Zeit wurde auf einem uns bekannten Campingplatz für die "Reinigung" der kompletten Sanitäranlagen (all inkl.) aufgewendet. Von einer Person...!Haaresträubend - man darf nicht darüber nachdenken. Zum Glück sind die Campingplätze bisher eher wenig besucht - und nur für uns 3 mag es reichen! Haaresträubend ist es dann aber auch, dass die gleiche Dame, die kaum 15 Minuten Zeit fürs Putzen hat, mehr als 15 Minuten braucht, um die "Anmeldeformalitäten" aufzunehmen...!

Wir nehmens gelassen - schließlich haben wir Zeit - die Sonne scheint und Timon macht die ersten Experimente zur Strömungslehre!
 

17. Mai: Auf nach Genf


Mal wieder stehen wir vor der Entscheidung, wie wir weiter fahren wollen. Eigentlich hatten wir geplant, uns bis zur Rhone durchzuschlagen und dann derselben bis nach Genf zu folgen. Ein Blick auf die Karte verrät uns aber - außer "Hauptstrassen" gibt es da nicht viel! Also entscheiden wir uns mal wieder für den "kürzesten"Weg quer durch das Haute Loire und Haute Savoien.

Die ersten Kilometer können wir uns durch die Loireschlucht schlängeln (herrlich) und dann gehts im fröhlichen auf und ab bis ins Rhonetal! Dieses ist allerdings an dieser Stelle soooo häßlich (Kernkraftwerk, Industrieanlagen und dunstige Luft), dass wir froh sind, nur kurz hier zu sein. Statt dessen fahren wir vorbei an saftigen Almen, Bauernhöfen und durch schattige Wälder! Viel besser!
 




Montag, 16. Mai 2011

16. Mai: Montags in Frankreich...



...fast hätten wir vergessen, dass Montags Vormittags alle Bürgersteige in Frankreich hoch geklappt sind. Letzte Woche haben wir in Moissac schon ohne Frühstück da gestanden, da kein geöffneter Bäcker zu finden war. Heute Vormittag haben uns dies Gepflogenheiten leider einen Strich durch unseren geplanten Stadtbummel gemacht. Die Strassen der wunderschönen Altstadt sind wir ausgestorben. Dafür finden wir (uninformiert wie wir meistens sind mehr durch Zufall) diese unglaublich beeinbdruckende Cathedrale. Über 137 Stufen sind zu erklimmen, bevor man mitten vor dem Altar die Kirche betritt. Und diese Kirche ist wirklich schön.

Neben dieser Kirche und einer schönen Altstadt wartet Le Puy vor allem mit zwei recht beeindruckenden Felsnadeln auf, die rund 100 Meter in die Höhe ragen. Auf einer von ihnen tront die Kirche St. Michael und schaut seit mehr als 1000 Jahren wachsam auf die Bewohner dieser Stadt. Keine Ahnung, wie die das damals geschafft haben, dort oben eine solche Kirche zu errichten.

Einer Besichtigung steht mal wieder - wie auch sonst schon so oft - eine unglaubliche Vielzahl an Stufen im Wege - mit unserem "Kinderwagen" absolut nicht zu überwinden. Schade!




15. Mai: Alles richtig gemacht...



...gut das wir gestern die Etappe abgebrochen haben und uns in ein warmes Hotel zurückgezogen haben. Wir haben wunderbar geschlafen während draussen das uselige Wetter abgezogen ist und eine hundekalte Nacht hinterlassen hat. Heute Morgen konnten wir direkt gegenüber frische Croissants zum Frühstück holen und das Wetter zeigte sich von etwas besserer Seite. Zwar ist es heute den ganzen Tag saukalt (in den zweistelligen Bereich klettert die Temperatur nur, wenn die Sonne mal durch die Wolken lugt), aber es ist trocken und wir haben (dank einer Umleitung) eine absolut traumhafte Strecke zu radeln. Mittags finden wir ein windgeschütztes Plätzchen mit Aussicht und einen sonnigen Spielplatz.

Über einen letzten Berg geht es, bevor wir Le Puy erreichen. Der Campingplatz ist wider erwarten geöffnet und wir schlagen für 2 Nächte hier unser Zelt auf.



14. Mai: Mal so mal so



Nach zwei regenfreien Wochen hat uns das schlechte Wetter jetzt doch erwischt - und der Kontrast von gestern und heute könnte kaum größer sein. Es regnet den ganzen Tag fast ohne Unterlass und gegen Abend wird es richtig fies (es schüttet) und kalt (kein 10 °C).

Dabei ist die Landschaft auch hier wunderschön - der Ginster leuchtet in einer Intensität, dass es das Grau des Regentages fast in den Schatten stellt, dichte Laub- und Nadelwälder wechseln sich ab mit leuchtend gelber Heidelandschaft. Leider tritt dies mit zunehmender Nässe und Kälte doch etwas in den Hintergrund. Wir haben die Schnauze voll, eiskalte Hände und Füße und suchen uns schon vor geplanten Etappenziel erst ein warmes Café und dann ein warmes Hotel.

Nun sitzen wir hier im warmen und trockenen und geniessen es, nach 14 Tagen im Zelt auch mal wieder im Bett zu schlafen.

13. Mai: Urlaubspläne überdenken



Habt ihr eigentlich schon Urlaubspläne geschmiedet? Oder sucht ihr noch nach einem wunderbaren Urlaubsziel? Wir haben da genau das richtige für euch! Eine solch traumhafte Gegend gar nicht mal so weit weg von zu Hause haben wir lange nicht gesehen. Wir sind hin und weg und können uns gar nicht satt sehen. War schon das Tal der Lot einfach wunderschön ist das Aubrac hier im Süden des Zentralmassivs einfach der Hammer! Klar spielt das passende Wetter sicherlich auch eine Rolle aber es ist hier einfach superschön! Die reinste Idylle tut sich uns auf, je weiter wir uns den Berg hinauf kämpfen. Endlose Blumenwiesen leuchten in lila (Stiefmütterchen) und gelb (Ginster) und manche Wieseh sehen aus als hätte es geschneit, soviele Narzissen wachsen dort. Dazwischen Steinmäucherchen, jede Menge Kühe, alte Bauernhäuser und eine unendliche Weite! Wie berauscht sind unsere Sinne und wir geniessen jede Sekunde unserer heutigen Etappe! Da kann es uns auch nicht ärgern, dass alle Campingplätze noch geschlossen sind und wir uns in einem kleinen Wäldchen behaglich für die Nacht einrichten.





12. Mai: Einkaufsstress



Wenn man sonst ja keinen Stress hat und alles schön ist, dann muss man sich halt welchen suchen. Gesagt - getan: ein herrlicher Tag auf ruhigen Straßen, immer weiter entlang der Lot und durch die Gorge de Lot! Abends müssen wir uns dann aber doch mal wieder dem Ernst des Lebens widmen und einen "richtigen" Supermarkt besuchen. Wenn man zu Hause ist, gehts ja einfach: rein in den Aldi, 20 Fertiggerichte und ein paar Tüten Chips in den Wagen werfen und ab zur Kasse. So einfach ist das hier nicht: ausgerechnet wenn man es am wenigsten brauchen kann, kommt man einem der Hypermarches vorbei und da ist schon mal klar: unter ner Stunde kommt man da nicht wieder raus: welche Nudelmarke, welche Packungsgröße, welche Form,? Welche der 30 verschiedenen Soßen, lieber 4 kleine Dosen Tomatemark, obwohl teurer als die 3 Literdose? Joghurt und Schinken stellen mich vor ähnliche Entscheidungsprozesse. Da ist schnell viel Zeit vergangen. Endlich stehe ich an der Kasse: nur 3 Kassen auf, an allen eine Schlange und ich bin die Einzige Kundin, die nur einen Korb hat und keinen überdimensionalen, randvollbepackten Wagen! Es dauert ewig, ich hab noch das Obst vergessen und muss meinen Platz in der Schlange wieder aufgeben. Da hilft nur Geduld und das Wissen: ich hab ja gleich wieder Urlaub.