Donnerstag, 7. April 2011
3. April: Gnadenlos...
..bläst der Wind uns heute von Vorne ins Gesicht. Schnurgerade zieht sich uinsere Strasse entlang der Atlantikküste über plattes und ungeschütztes Land. Zwar lacht uns mal wieder die Sonne aber wir haben doch schwer zu kämpfen. Landschaftlich fühlen wir uns doch sehr an Holland erinnert - hübsche gestreifte Holzhäuschen, bunte Böotchen - es fehlen nur die Windmühlen. Erst kurz vor Aveiro können wir dem Wind entkommen und geniessen den Nachmittag mal ohne unsere Räder in der malerischen Altstsadt, die nicht umsonst das Venedig Portugals genannt wird.
Samstag, 2. April 2011
2. April: Kontraste
Nach einem so entspannten Radeltag wie gestern bei Sonne, Rückenwind und herrlichen Radwegen ist heute leider das Gegenteil der Fall. Bei dem Versuch eine ziemlich lange Brücke nach Figueira da Foz auf dem Fußweg zu überqueren müssen wir leider nach gut 200 Metern feststellen, dass nicht an Kinderfahrradanhänger/ bzw. Rollstühle gedacht wurde. Drehen ging auch nicht - also alles Rückwärts zurück manövrieren und doch die Strasse nehmen.
Der Himmel ist heute leider grau und der Wind bläst recht ordentlich und kalt von vorne! Wir suchen einen möglichst ebenen Weg heraus aus der Stadt, geraten aber leider dann doch irgendwie auf den sehr steilen und langen Anstieg, den der Radreiseführer empfiehlt. Zur Belohnung können wir dann aber auch ungestört vom Verkehr durch herrliche Wälder radeln.
Den weiteren Weg haben wir uns dann auch einfacher vorgestellt. Die Strasse ist in einem katastrophalen Zustand und wir kommen trotz fast ebener Strecke nur sehr sehr mühsam voran. Timon, der sich tapfer in Geduld übt trällert fröhlich vor sich hin und hält die Moral aufrecht. Der Spaß begleitet uns fast 15 Kilometer und wir sind heilfroh, als wir endlich mit intakten Rädern hier in Praia de Mira ankommen! Fazit: Kürzeste Etappe, längste Fahrzeit! Zum Glück gibts keine zwei Kilometer entfernt auch eine Tankstelle, die seit heute Morgen auf sich warten ließ. So können wir noch flugs unsere Benzinflasche auffüllen und eine warme Malzeit genießen.
1. April: Nagelneu...
...scheint der Radweg zu sein, dem wir immer weiter gen Norden folgen. Zum Teil fehlen noch die Markierungen (leider auch die Beschilderungen) und wir radeln stundenlang durch absolut einsame Pinien- und Eukalyptuswälder - wohlgemerkt führt parallel eine ebenso neue Strasse - aber auch hier kein Auto in Sicht! Einfach herrlich! Leider hat auch der schönste Traum ein Ende und irgendwann müssen wir uns dan doch in die Schlacht mit den Autos begeben. Zum Glück haben die portugisieschen Auto- und LKW-Fahrer noch ein Herz für Radler und fahren sehr rücksichtsvoll an uns vorbei. Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass ein Auto minutenlang hinter uns her drömmelt, obwohl kein Gegenverkehr in Sicht ist - aber mann kan ja nie wissen!
31. März: Badeorte
Seit wir den Großraum Lissabon verlassen haben präsentiert sich uns Portugals Küste von seiner besten Seite. Das Wetter ist traumhaft und die Landschaft mit ihren herrlich duftenden Pinien- und Eukalyptuswäldern könnte schöner kaum sein. Dazu blüht und grünt es überall und wir kommen aus dem schwärmen kaum noch heraus. Dazu haben wir noch - nach dem wir Nazaré mit einigen Schwierigkeiten verlassen haben - einen wunderschönen Radweg gefunden, der sich an der Atlantikküste entlang schlängelt. Radlerherz, was willst du mehr. Der einzige Dorn in unserem Auge sind die grausigen Badeorte, die ihre Betonbauten endlos gen Himmel strecken. Die gesammte "Strandpromenade", wenn man sie denn so nennen kann, ist zubetoniert und nur die erste Reihe geniesst die Sicht aufs Meer aus der 10. Etage! Zum Glück finden wir einen noch wirklich hübschen Ort - Sao Pedro de Muell - und bleiben hier auf einem herrlichen Campingplatz!
Donnerstag, 31. März 2011
30. März: Obidos
Ein wunderschönes, uraltes Städtchen mit schmalen Gassen, Kopfsteinpflaster, einer Festung, alten Kirchen...da fallen wir mit unseren Rädern zum Glück kaum auf! Armer Timon, wie im Zoo fühlen wir drei uns, als wir Mittags bei schönstem Sonnenschein durch die Gäßchen schieben, um eine nette Pausenstellen zu finden. Wir lehnen unsere Räder an altes Gemäuer und hocken uns auf die Kirchentreppen. Es dauert nicht lange und schon schauen die ersten unauffällig durch ihre Sonnenbrillen in den Anhänger, machen ungeniert Fotos und staunen, lachen oder schütteln die Köpfe. Uns geht es schon manchmal ein bischen auf den Keks, aber wir geniessen trotzdem das herrliche Plätzchen und den Sonnenschein, der uns die letzten Tage doch gefehlt hat.
Kurz vor Etappenende müssen wir uns noch einmal auf eine riesige Düne hochkämpfen und haben im schönsten Abendlicht einen wunderschönen Höhenweg mit Blick auf den Atlantik!
29. März: 1997
Das ist - leider - das Erscheinungsdatum unseres Radreiseführers von Nordportugal! Viellciht ein bißchen alt, könnte man annehmen. Habe ich leider nicht gesehen, als ich ihn gekauft habe! Nun haben wir den Salat. Nichts scheint mehr so wie vor 14 Jahren. Traumhafte Strecken durch einsame Landschaften entpuppen sich als viel befahrene Strassen durch Betonschluchten. Wegmerkmale, Kreuzungen, Beschilderungen - kann man alles vergessen. nach dem wir mit dem ersten Teil soooo zufrieden waren sind wir jetzt doch ein bischen enttäuscht! Die Küste von Sintra bis hier her nach Peniche ist katastrophal zubetoniert und wir sind Abends froh, wenigstens den angegebenen Campingplatz zu finden - der hat in den letzten 14 Jahren anscheinend einiges zum positiven verändert! Spielplatz, Pool, warme Dusche uns gefällts...!
28. März: Grau
Grau ist die Farbe der Lissaboner Vorstädte, die wir - Gott sei Dank - nur mit dem Zug durchqueren. Nach einem gut vorbereiteten Einsteigemanöver (alles sicher verstaut im Gepäckabteil...!) gefolgt von einem eiligen und umständlichen Umsteigemanöver (der gewählte Zug ging leider kaputt) erreichten wir Mittags Sintra. Eine alte und touristisch stark überstrapazierte Stadt - leider dank des Wetters und des einsetzenden Regens auch grau! Den Menschenmassen, die sich durch die holprige Altstadt zwängen, bunte Hähne, bemalte Fliesen und kitschige T-Shirts als Andenken kaufen und sich von penetranten Kellnern ins Restaurant ziehen lassen, entgehen wir, indem wir unsere Mittagspause auf dem Spielplatz machen. Dort machen uns nur ein paar Jugendliche die trockenen Plätzchen im Spielehaus streitig!
Grau ist dann leider auch der Weg nach Ericeira (einer Surferparadies...) - es regnet, die Strasse ist alles andere als einsam und wir sind froh, schnell eine trockene und recht nette Unterkunft zu finden (irgendwie ist uns nicht nach zelten...) Grau ist auch der Blick aus unserem Fenster auf den Atlantik und meine Laune, da uns bei dem Versuch auf der Terasse zu kochen das Zimmer fast überflutet wird...!
Aber mit gut gefülltem Magen, einer Tasse Wein, einem Sohnemann, der wie ein Engel schläft und unter warmen Decken wendet sich der Tag doch noch zum Guten - da hört sogar der Regen auf und wir geniessen den Abend in unserem gemütlichen Zimmer.
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