Dienstag, 26. April 2011
26. April: Frei
Heute haben wir frei und geniessen es fast ein bischen, wie früher die Wochenenden. Wir schlafen aus, kaufen neue Klicks für meine Radschuhe, besichtigen ein bischen die schöne Stadt! Es ist ganz schön kühl, aber die Sonne lacht doch immer mal wieder. Vom Kastello aus haben wir einen fantatischen Ausblick auf die Stadt und ich bin immer wieder fasziniert, auf welch unglaublich lange Geschichten die Städtchen hier zurückschauen können! Da die "Stadt" - Geschäfte, Cafés, Kirchen, etc. - hier Siesta halten, haben wir es noch nicht geschafft, die Kathedrale zu bewundern. Aber wir sitzen in der Sonne an einer herrlichen plantanengesäumten Promenade und Timon freut sich auf seine nächste Runde Karusselfahren!
25. April: Burgos
Plangemäß laufen wir am heutigen Ostermontag in Burgos ein - und das, obwohl doch so einiges dagegen sprach. Richards und meine kleinen Brechvirusattacken, die bisweilen sehr steife Brise aus Nordost, drohende Gewitter! Aber dank der recht flachen Etappen und der Nächtigungsmöglichkeiten in sehr komfortablen Abständen sind wir schon gegen 5 Uhr hier. Die Stadt gefällt uns auf den ersten Blick super - und auch die heutige Etappe war superschön. Aus dem fast schön eintönigen sehr flachen Weideland der letzten 2 Tage ging es heute wieder in etwas hügligere Gefilde. Einen Teil unseres Weges schlängelte sich durch ein bildhübsches Flußtal, über eine recht windige Hochebene und durch kleine fast verlassene Bergdörfer. An einer alten Kirche machen wir Rast und bekommen dort vom Pfarrer sogar eine Privarführung durch das Kapellchen. Was nach Außen alt und etwas heruntergekommen erscheint ist Innen eine wirkliche hübsche Kirche mit goldenen Kreuzen etc.
Dagegen ist die Kapelle hier in Burgos einfach mal wieder gigantisch! Eine riesige Kathedrale, die wir uns morgen anschauen werden. Denn wir nehmen uns morgen mal radelfrei!
24. April: Steife Brise
Einfach unglaublich. Schnurgerade zieht sich unsere heutige Etappe durch das platte Weideland. Nur ab und an geht es durch kleine Dörfchen und jede Kurve, sei sie auch noch so gering, wird schon weit im Voraus angekündigt!
Der Wind läßt uns dabei heute richtig spüren, wer der Stärkere ist. Zum Teil kommen wir mit viel Anstrengung nur mit 10 km/h voran und da ich mir wohl Richards Brechvirus eingehandelt habe, bin ich ziemlich schlapp! So schleichen wir übers Land und sind froh, nach knapp 60 km eine Pilgerherberge zu finden. Wir schlafen hier zwar im 18-Bett-Zimmer - aber wir sind müde genug, um vom Geschehen um uns herum nichts mit zu bekommen!
23. April: Brot
Kennt ihr das? Ihr geht zum Bäcker und braucht Brot für 2-3 Tage, da ihr nicht wißt, ab ihr über Ostern Nachschub bekommt. Am tollsten wäre natürlich ein kräftiges dunkles Vollkornbrot. dass sich gut ein paar Tage hält ohne absolut Sch... zu schmecken! Sauerteig wäre auch noch o.k. Graubrot ist im Notfall auch ne super Sache. Selbst Rosinenstuten kann man nach 2-3 Tagen, gut verpackt, noch geniessen! Mit gutem Willen geht sogar Chiabatta noch - aber das hier? Der Bäcker, den ich aufsuchen muß, da Ostern vor der Tür steht, hat zwar eine riesen Auswahl - aber alles ist weiß! Weiß und Rund, weiß und lang, weiß und ringförmig, klein oder groß, was darfs sein?
Ich ähle mit bedacht ein schön großes chiabatta-mäßiges Brot aus! Das müßte für 2 Tage reichen! Als ich die Tüte in der Hand halte denke ich - hey, ihr habt vergessen was hinein zu tun! Aber nein, da ist ja das riesen Brot, das quasi nichts wiegt! Juchu, Ostern ist gerettet!
22. April: Es könnte schlimmer kommen...
...das war unser Leitspruch des heutigen Tages. So hätte es deutlich mehr Regnen können, es hätte noch ein Gewitter geben können, der Weg hätte noch schlechter sein können und Richards Brechattacken der vergangenen Nacht hätten sich noch weiter halten können...! Aber schließlich konnten wir, wenn auch langsam über z.T üble Piste fast ohne Regen bis Leon radeln. Da wollten ewir dann eigentlich mal etwas früher ein Hotel aufsuchen, um uns die Stadt anzuschauen.
...und es kam schlimmer!
Dank der Karfreitagprozession und der Ostertage war alles Rappelvoll, kein Bett zu bekommen, der Campingplatz öffnet erst im Juni und so mussten wir uns noch um 19.00 Uhr wieder auf den Weg machen, um ein Örtchen weiter unser Glück zu versuchen. Ein fetter Gewitterschauer durchnäßte uns bis auf die Haut und bis hier her hörte es nicht mehr auf zu schütten, So kommen wir erst um 20.00 Uhr völlig durchnäßt in dieser Herberge an - zum Glück gibt es freie Zimmer, eine heisse Dusche und ein gar köstliches Mahl!
Timon genießt es der Hahn im Korb zu sein, während man unser Zimmer vorbereitet und wird von allen Seiten mit Sandwich, Gummibärchen und Keksen vollgestopft, so dass wir uns um sein leibliches Wohl keine Sorgen machen müssen!
21. April: Cruz d' Ferro
Ein großes Ziel für die Pilger auf ihrer Reise nach Santiago ist dieses Cruz d' Ferro auf 1530 Metern - denn hier kann man schon mal einen Teil seiner "Sünden"Last in Form einees mitgebrachten Steines ablegen. Bei schönem Wetter hat man eine herrliche Aussicht auf dem Weg dorthin.
Für uns war es heute Morgen eine wahre Schinderei unsere bepackten Räder über mehrere Kilometer mit 10 % Steigung den Berg hochzuwuchten. Die Sicht wurde mit zunehmender Höhe immer schlechter - mehr als 50 Meter waren Glücksache. Dazu kamen ein eisigkalter Wind, Nieselregen und nur noch 7 % Grad!
Wir haben uns trotzdem gefreut, den höchsten Punkt unserer Tour erradelt zu haben und haben die Abfahrt dick eingepackt aber mit eiskalten Händen genossen. Wieder zurück im "Tal" haben wir auch wieder Sicht und können sogar in der Sonne eine Pause machen!
Planmäßig haben wir unser Zelt auf einem echt vollen Campingplatz aufgeschlagen. Den Rest des Abends hat uns ein fröhliches tröpfeln, prasseln, Donner und Blitz ein Wuuschkonzert geliefert!
Mittwoch, 20. April 2011
20. April: Der Himmel ist Schwarz
Mehr als einmal haben wir uns heute schon von Blitz, Donner und Regenmassen überwältigt gesehen - so schwarz war der Himmel immer wieder! Aber mit mehr Glück als Verstand sind wir doch so ziemlich verschont geblieben. Zwar hat es den ganzen Tag immer wieder geregnet - aber das absolute Unwetter haben wir nur immer wieder in der Ferne gesehen.
Dafür ist uns heute Mittag tatsächlich - ca. 60 km weiter als gestern Mittag der Doofe Mann nochmals über den Weg gelaufen...kaum zu glauben...!
Heute Abend haben wir uns noch trotz des schwarzen Himmels auf den Weg zum Pass gemacht, damit es morgen nicht so weit ist. In der Ferne liegt schon Schnee auf den Bergen und wir radeln noch 10 km in die Berge hinein bis zu diesem altertümlichen Bergdorf El Acebo. Die erste Herberge, die wir anstreben scheint nicht so sehr erpicht darauf zu sein uns mit Kind aufzunehmen. Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen - 1/2 Stunde Zeit ist dafür vorgesehen und um 8:30 Uhr wird man rausgeschmissen! Der Herbergsvater ignoriert uns mehr oder weniger und wendet sich lieber anderen bzw. normalen "Pilgergästen" zu. Das Wetter für Morgen ist eher bescheiden vorausgesagt und mit Timon zu früher Stunde auf der Strasse zu stehen ist keine tolle Aussicht! Alos schieben wir unsere Räder noch ein paar Meter übers Kopfsteinpflaster und finden ein wunderschöne Casa Rural! Ist zwar etwas teurer als die Herberge (die wäre nahezu umsonst gewesen) aber sehr schön und gemütlich!
19. April: Doofer Mann
Warum soll nicht auch mal Timon einen Blogtitel vorschlagen! Den doofen Mann haben wir heute
Mittag in einem hässlichen Örtchen aufgetan, als wir hundekaputt, nass und durchgefroren auf der Suche nach einem Rstaurant sind. Zwar haben wir ihn um Rat gefragt, aber er läßt sich dananch nicht mehr abwimmeln, ist etwas ungehalten und rennt uns hinterher, als wir endlich unsere Räder vor einer unscheinbaren Bar abstellen. Er versucht uns penetrant dazu zu bringen, die Räder dort abzustellen, wo er es will (warum auch immer) und als ich Timon aus dem Hänger hole will er umbedingt Timon die Hand geben. Timon hat offensichtlich keine Lust dazu - erst als ich ihn nach einigen freundlichen Worten auf Deutsch ziemlich ungehalten anranze, läßt er endlich von uns ab. Er geht vor uns in die Bar und scheint sich auf unsere Kosten was bestellen zu wollen. Scheinbar ist er kein Unbekannter - denn er muss unverrichteter Dinge wieder gehen! Wir fühlen uns erst etwas unwohl - aber wir bekommen ein fürstliches Mal mit einem riesigen Stück Fleisch vom Grill (leider vom Rind - aber das ist mir dann auch egal - ich muss essen!) einer Flasche Wein, 2 riesighen Stücken Mandelkuchen etc. für einen lächerlichen Preis! Uns wirds warm, das Restaurant platzt mittlerweile aus allen Nähten und satt und zufrieden ziehen wir von dannen.
18. April: Mehrbettzimmer
Nun haben wir es doch getan - und unser Zimmer mit 6 anderen geteilt! Die Herberge ist ziemlich voll, zum Kochen und Duschen müssen wir anstehen und man tauscht sich über Blasen an den Füssen, Rucksackgewichte und Wegerlebnisse aus! Irgendwie erinnert es uns sehr an die Berghütten. ! Zwei-Bett-Zimmer gibt es wahrscheinlich gar nicht und so nehmen wir mit einem Etagenbett in 8-Bettzimmer vorlieb! Ich habe etas Zweifel, was unseren Timon anbelangt. Aber für den scheint es das Normalste der Welt zu sein. Morgens um 9.00 Uhr sind alle auf ihremWeg und wir haben die ganze Herberge für uns!
17. April: Harte Arbeit
Nicht das einer von Euch meint, wir hätten es leicht! Wir müssen hart arbeiten, denn es gilt einen steilen Berg nach dem Anderen zu erklimmen! Die Strecke ist zwar wunderschön und führt meist abseits von jeglichem Verkehr durch blühende Heidesträucher, gelben Ginster und Eukalypushaine, vorbei an altren Bauernhöfen, kleinen Kirchen und durch die engen Gassen kleiner Bergdörfer! Ein gutes Stück treilen wir auch wieder mit den Pilgermassen, die sich gen Abend immer langsamer und gequälter vorwärts bewegen.
Bergan beneiden wir so manchen Wanderer mit leichtem gepäck - Bergrunter würden wir um nichts auf der Welt tauschen wollen!
Auf unserer Campingwiese voll blühender Apfelbäume gallopiert eine Herde Pferde an uns vorbei und plötzlich können wir unseren Augen kaum traun - fährt Papa Fänger auf seinem Radel vor! Dachten wir zumindest - denn die Ähnlichlkeit ist verblüffend - das Aussehen, der Gang, einfach Alles!
Samstag, 16. April 2011
16. April: Camino de Santiago
Bei - wie sollte es anders sein - schönstem Sonnenschein haben wir uns heute auf den Jakobsweg Richtung Frankreich gemacht. Tausende von Wanderen pilgern den Camino de Santiago, wie der Jakobseg auf Spanisch heisst, jährlich von St. Jean Pied-de-Port am Fuße der Pyrenäen nach Santiago de Compostela. Will man es richtig machen, besorgt man sich ein Pilgerausweis und sollte zumindest die letzten 200 km der rund 1000km des Weges laufen, reiten oder radeln. Auch Harpe Kerkeling hat sich schon mal auf den Weg gemacht! Unterwegs gibts jede Menge Pilgerherbergen wo man für wenig Geld ein Bett im Schlafsaal bekommt!
Da wir nach einer schönen Radroute durch Spanien gesucht haben, haben wir uns gedacht - den Weg kann man ja auch in die andere Richtung fahren - und damit scheinen wir ziemlich alleine dazustehen! Die ersten 20 Kilometer des Tages haben wir uns wie bunte Hunde gefühlt. Denn es kamen uns - wahrscheinlich dank des schönen Wetters und der Popularität - jede Menge Wanderer, Pilger und Spaziergänger entgegen - und die meisten haben uns doch angestarrt, als hätten sie noch nie zwei Radler mit Gepäck, Helm und Trikot gesehen. Vielleicht haben sie uns auch bedauert, weil sie geglaubt haben, wir wüßten nicht, dass wir in die falsche Richtung fahren. So mancher hat ganz ungeniert seine Kamera gezückt und auf uns gerichtet. Irgendwie hat mir das so gar nicht gefallen! Da der "Radweg" aber doch zum Teil recht deutlich von dem original Pilgerweg abweicht (wir haben schließlich keine Moutainbikes und wollen Treppen hoch hüpfen) konnten wir den Rest des Tages auf schönen kleinen Sträßchen radeln und haben am Abend Unterschlupf in unserer ersten Pilgerherberge gefunden. 12 Betten im Schlafsaal - alle leer!
15. April: Und was hast du so gemacht?
Ja, an so einem Tag wie heute gibt es einfach nichts zu erzählen - denn wir haben einfach fett gefaulenzt! Da dachten wir so bei uns - was habt ihr denn heute so gemacht? Geburtstag gefeiert, gearbeitet, Streit mit dem Chef, Schnäppchen bei Aldi, Flirt im Chat, Urlaub gebucht...uns interessiert alles - also, schreibt uns!
Donnerstag, 14. April 2011
14. April: Eine wunderbare Stadt!
nach einem recht gemütlichen Bummel durch die historischen Strassen von Santiago und dem obligatorischen Besuch in der berühmten Kathedrale können wir nur sagen: wir sind begeistert. Die Innenstadt mit ihren alten Sträßchen, Häusern, Kirchen etc. ist sehr gemütlich, an sonnigen Plätzen kommen wir um den Cafe con Leche nicht drum herum und die Kathedrale erfüllt uns mit Erfurcht. Sind wir beide nicht so sehr die Kirchenbesucher (von 2,00 € Eintritt lassen wir uns schon auch mal abschrecken) aber diese Kirche ist wirklich beeindruckend!
Zwar sind wir nicht hergepilgert und tragen keine Muschel am Rucksack - aber wir sind trozdem froh, hier zu sein und geniessen das Ambiente.
In der Fußgängerzone reiht sich ein Souvenirgeschäft an das andere und alle verkaufen den umwerfenden Tarte de Santiago - eine Sünde von einem Mandelkuchen. Um die Touris zu locken gibts bei jedem Laden ein Stück zum Probieren - wann immer wir uns unentdeckt glauben, fragen wir begeistert nach und probieren als wäre es das erste mal. Leider macht Timon uns irgendwann einen Strich durch die Rechnung, als er seine Reste vom lezten Probierstück noch in der Hand hält! Peinlich...aber ich glaube morgen gehen wir noch mal da lang...!
13. April: Santiago de Compostela
Nach 1327 km und wie es uns vorkommt einer Unmenge an Höhenmetern haben wir es heute dann doch noch bis Santiago de Compostela - dem Ziel aller Jakobswegpilger - geschafft und es uns in einer "Nobelherberge" bequem gemacht. Das Gepäck wird aufs Zimmer gebracht, die Fahrräder nebst Zubehör im Seminarraum gelagert und als wir Abends vom Picknick im Park zurück kommen sind die Decken einladend zurück geschlagen, ein Betthupferl wartet auf dem Kissen und eine gute Fee hat das Badechaos von Timon schon wieder in Ordnung gebracht. So viel Luxus hatten wir während der ganzen Reise noch nicht - und das für einen Kurs, für den man in Baden-Baden in der Jugendherberge Unterschlupf findet.
Wir sind froh nach 17 Radeltagen ohne Pause morgen und wohl auch übermorgen die Räder mal stehen zu lassen - quasi Uralub vom Urlaub...!
12. April: So kann man sich täuschen...
...nun müssen wir ja die letzten Kilometer bis nach Santiago ohne Radreiseführer fahren und haben uns echt ziemlich verhauen. Eigentlich hatten wir uns erhofft an der Küste etwas weniger Berge und etwas weniger befahrene Strassen vor zu finden. War leider nicht so. Die Höhenmeter summieren sich und der Verkehr geht uns ganz schön auf die Nerven. Die Städte sind ziemlich laut, groß, voll und stinken. Wir sind froh, als uns Abends der ersehnte Campingplatz trotz Renovierungstätigkeit gerne ein Plätzchen auf dem frisch gemähten Rasen überläßt! Nach "Feierabend" haben wir den Platz für uns und geniessen das Plätschern des Meeres und das Grillenzirpen bei einem leckeren Schluck Portwein!
11. April: Ola Espana
Unspektakulärer kann ein Grenzübertritt kaum sein - einmal über die Brücke und schon sind wir in Spanien. Das Wetter ist nach wie vor erste Sahne, die Strassen werden zunehmend kleiner und die Berge haben uns auch noch nicht verlassen - so kämpfen wir uns einen Berg nach dem anderen hoch, fahren noch einen riesen Umweg, weil a) die Karte sehr ungenau und b) eine Umleitung zu fahren ist. Ziemlich kaputt stoppen für einige Kilometer vor unserem geplanten Ziel und finden einen wirklich bildhübschen Wildzeltplatz an einem Fluß. Nachdem die Sonne weg ist verlieren sich auch die letzten Spaziergänger, Jogger und Liebespärchen und wir können völlig ungestört (und unbemerkt) an diesem herrlichen Plätzchen die Nacht verbringen.
10. April: Adios Portugal
Unsere Stunden in Portugal sind gezählt - morgen früh gehts über die Grenze nach Spanien. Ein bißchen Schade ist es ja schon. Denn es hat uns richtig gut gefallen im Land der grimmigen Menschen. So viel tolles Wetter, herrliche Landschaft, einsame Radelstrecken, süße Pastel de Natal, alte Gemäuer...! Da fällt es einem nur noch in Extremsituationen auf, wie unmöglich es einem Vorkommt, wenn man zwar Minutenlang offen angestarrt wird, aber auf einen Gruß keine Erwiderung folgt.
Da wir ja nun Portugal verlassen können wir auch den Radreiseführer zurücklassen - den letzten Tipp, den er uns gab: bei den Thermen in Moncao findet sich immer ein ruhiges Plätzchen zum zelten! Das hätte uns bei dem herrlichen Sonnenschein auch gut gefallen - nur war an ein ruhiges Plätzchen nicht zu denken. Neben einem großem Parkplatz, einem ebenso großen und gut genutzten Picknickplatz gibt es auch einen wunderbaren und rappelvollen Spielplatz! An Zelten ist da wohl eher nicht zu denken. Also rockt Timon einige Stunden den Spielplatz und wir müssen uns doch wieder ein Zimmer suchen.
09. April: Pensao Gomes
Nun haben wir euch schon von den portugiesischen Campingplätzen und Jugendherbergen berichtet aber euch noch gar nicht an den zum Teil höchst einzigartigen Pensionen und Hotels teilhaben lassen! Jeden Tag lassen wir uns aufs Neue überraschen, wo es uns hin verschlägt! Am liebsten ist uns ja eigentlich das Campen, aber das ist leider nicht immer möglich. Also - Papa Hotel fragen!
Das kann schon manchmal ganz schön nerven, wenn für winzige Zimmer horrende Preise verlangt werden - aber bisher waren wir doch am Ende immer ganz zufrieden!
Heute hat es uns in die Pensao Gomes in Ponte de Braga verschlagen. Ein altes Mütterchen steht mit ihren 3 ebenso alten Hunden im "Wohnzimmer" wann immer wir vorbei maschieren und lächelt freundlich. Das Zimmer liegt in der 2 Etage mit Blick auf einen Fluß und die namensgebende Brücke und ist nur über einige sehr steile und ausgetretene Stufen zu erreichen. Alte knarrende Holzdielen kommentieren jeden unserer Schritte und die Tür ist so verzogen, dass sie nur mit Riegel geschlossen bleibt. Der Zahn der Zeit hat die Ecken der Tapete schon etwas aufgrollt und auch sonst hat das Haus wohl schon bessere Zeiten gesehen. Das Bad ist auf dem Flur und ausgerechnet wenn man es am meisten braucht ist es natürlich besetzt! Aber der Radreiseführer, der uns den Tipp gab hat schon ganz recht. Einfach aber mit charmanten Details. So ziert eine wirklich außergewöhnliche Lampe (siehe Foto) unseren Nachtisch, eine antike Truhe dient uns als Tisch und in der Ecke steht ein altertümlicher Waschtisch. Auf dem Bett liegen (wie hier üblich) über einem dünnen Larken 5 Wolldecken - wohl für die kalten Tage! Die Handtücher scheinen frisch - bis auf die Hundehaare die nach dem Abtrocknen überall auf der Haut kleben!
Aber ansonsten sind wir schwer zufrieden! Alt - aber geliebt!
Abonnieren
Kommentare (Atom)